MOGAN

Ein Platz an der Sonne

SEHENSWERTES
GESCHICHTE

Natur

Sehenswert und spektakulär ist vor allem die Landschaft der Gemeinde: Der Küstenstreifen mit seinen Stränden und Klippen, fruchtbare Täler, Berge und Stauseen, auch wenn die nach sechs Jahren Trockenheit kaum noch Wasser enthalten. Beeindruckend sind auch die bunten Felsen von „Los Azulejos“ an der Straße GC-200 von Mogán nach La Aldea (Km 49,2). Die Schichten aus Eisenoxid, Eisenhydrat, Schwefel und Basalt entstanden durch Erosion und diverse Einlagerungen und leuchten in grün, gelb und rot.

 

Mühle

Die Windmühle von Mogán ist eine der wenigen architektonischen Sehenswürdigkeiten der Gemeinde und bietet zugleich einen Blick in die wirtschaftliche Entwicklung. Sie wurde im 19. Jahrhundert errichtet und erhielt laut Überlieferung ihren Beinamen „Molino Quemado“ (verbrannte Mühle), als ein aufmüpfiger Hirte das Bauwerk anzündete, um gegen Beamtenwillkür zu protestieren. In den 1990er Jahren wurde die Mühle renoviert und ist seit 1998 wieder funktionsfähig, wovon man sich bei einem Besuch überzeugen kann. Das Innere kann täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Rund um die Windmühle sind kuriose Gegenstände arrangiert: Objekte, die aus dem täglichen Leben einer Familie von Riesen entstammen könnten. Die gigantischen Gebrauchsgegenstände, Tische, Stühle, Kaffeekannen, Bügeleisen und vieles mehr sind Teil einer örtlichen Tradition. Sie werden von den Einwohnern in liebevoller Handarbeit für die Romería de San Antonio el Chico fabriziert. Nachdem sie stundenlang der Statue des Heiligen Antonius hinterher getragen werden und seinen Segen empfangen haben, kommen die Gegenstände in das Freilichtmuseum bei der Windmühle.

 

Kirche

Die Kirche des Gemeindehauptorts ist Antonius von Padua geweiht. Sie wurde am 14. Mai 1814 fertiggestellt und 2014 renoviert. Es ist das wichtigste historische Bauwerk der Gemeinde, auch weil ihr Bau zur Folge hatte, dass sich die Pfarrei und Gemeinde Mogán von Tejeda lösen konnte. Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel stammten zum Großteil vom Auswanderer Matías Sarmiento, der auf Kuba zu Reichtum gekommen war.

 

Archäologie

Der Landstrich der heutigen Gemeinde Mogán war ein wichtiges Siedlungsgebiet der Ureinwohner. Die fruchtbaren Täler, die fischreiche Küste und vor allem die durch das schwierige Gelände geschützte Lage machten die Gegend attraktiv. Entsprechend viele Ausgrabungen sind hier durchgeführt worden. Die meisten sind schwer zu erreichen, aber stellvertretend für alle ist die Fundstätte Cañada de los Gatos bei Puerto de Mogán einen Besuch wert. Was Sie dort erwartet, lesen Sie in unserem Beitrag in dieser Ausgabe.

 

Die Täler und Küstenstreifen auf dem Gebiet des heutigen Mogán waren von Ureinwohnern besiedelt, wie eine Reihe von Fundstätten und Ausgrabungen zeigen. Die Grenze zwischen den beiden Königreichen Telde wurde durch den Barranco de Mogán gezogen, Konflikte waren dadurch eigentlich vorprogrammiert. Die dünne Besiedlung und die Abgelegenheit des Gebiets sorgten jedoch dafür, dass die dort lebenden Ureinwohner mehr mit dem tägliche Kampf ums Überleben beschäftigt waren als mit Grenzkonflikten.

 

Nach der Besetzung durch die spanischen Truppen kamen die Beamten und teilten die Insel und ihre Schätze, insbesondere Zugang zu Wasser, auf. Wieder gehörte das Gebiet zu Telde, in diesem Fall allerdings vollständig. Grund und Boden waren zwar reichlich vorhanden, Wasser jedoch kaum, daher wurden nur einige Landstriche in den Tälern von Spaniern besiedelt. An der Küste wollte wegen der ständig drohenden Piratenangriffe niemand leben.

 

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte das heutige Mogán immer zu anderen Gemeinden: Agüimes, San Bartolomé und Tejeda. Erst 1815 erhob Bischof Verdugo Mogán zu einer eigenen Pfarrei, wenig später anerkannte auch die weltliche Verwaltung die Gemeinde Mogán als eigene Verwaltungseinheit. Gegen Ende desselben Jahrhunderts schlitterte Mogán – wie die ganze Insel – in eine Krise, die durch die globalen Veränderungen in Produktion und Handel ausgelöst wurde. Unter anderem waren die Produkte von Gran Canaria plötzlich nicht mehr wettbewerbsfähig, weil die Dampfschiffe die gleichen Sachen schneller und billiger aus fernen Kontinenten nach Europa brachten.

 

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein englisches Unternehmen begann, Tomaten und Bananen auf professionell geführten Plantagen zu produzieren, ging es mit der Wirtschaft Mogáns wieder aufwärts. Die Ernte wurde im Hafen von Mogán verladen, wodurch dieser einen Aufschwung erlebte. Davon profitierten die Fischer, für deren Fang 1911 sogar eine Pökelfabrik errichtet wurde.

 

Bis in die 1970er Jahre gehörte Mogán zu den ärmsten Gemeinden auf Gran Canaria. Der Tourismus sorgt allerdings spätestens seit der Fertigstellung des malerischen Feriendorfs beim Hafen für Wohlstand. Mit dem Bau wurde 1982 begonnen, 1990 waren die Arbeiten abgeschlossen und die Eröffnung des Kais mit dem kleinen Leuchtturm krönte das Werk. Nach turbulenten Jahren, in denen wenig Rücksicht auf Natur und Umwelt, Nachhaltigkeit und Ästhetik genommen wurde, entwickelte sich der Küstenstreifen von Mogán zu einer gefragten Destination. Die nachweislich höchste Zahl an Sonnentagen und die nicht nachweisbare, aber glaubwürdige Behauptung, dass hier das beste Klima der Welt herrsche, trugen das ihre zum Aufschwung der Gemeinde bei.

Durchschnittlich 24 Grad im Schatten bei 360 Sonnentagen im Jahr, die Küste von Mogán trägt zu Recht den Ruf, das sonnigste Gebiet von Gran Canaria zu sein. Die Gemeinde liegt an der Westküste, wo die Berge vor den Passatwinden schützen, alles zusammen rechtfertigt den Slogan, das „beste Klima Europas, wenn nicht der Welt“ anbieten zu können. 19 Strände auf 16 Kilometern, viele davon künstlich angelegt, sind das ganze Jahr gut besucht, dazwischen wechseln sich Fischerdörfer und Ferienanlagen ab, und ein paar Kilometer wilde Steilküste erinnern daran, wie hier noch vor ein paar Jahrzehnten alles ausgesehen hat.

 

Von der Küste weg erstrecken sich die fruchtbaren Täler, in denen die Landwirtschaft, zweitwichtigster Wirtschaftszweig der Gemeinde, dominiert. Avocados und Mangos sind die exotischen Früchte, die am besten gedeihen, für beide gibt es zur Erntezeit sogar eigene Fiestas. Alle zwei Wochen findet ein Bauernmarkt in Puerto Rico statt, einer aus dem Boden gestampften Feriensiedlung mit einigen Besonderheiten. Das ganze Dorf inklusive Infrastruktur wie Wasserversorgung, Straßenbeleuchtung und Müllabfuhr wurde ursprünglich von einer eigenen Gesellschaft organisiert. Anfangs klappte das auch ganz gut, doch bei der ersten Krise im Tourismus zeigten sich die Schwächen des Projekts, es gab kein Geld mehr für die Serviceeinrichtungen. So übernahm die Gemeinde schließlich die Versorgung des Ortes, und die Betriebsgesellschaft konzentriert sich seither auf das sichere Geschäft der Verwaltung der beiden Häfen.

 

Puerto Rico ist nur eine der im Zuge des Tourismusbooms entstandenen Feriensiedlungen. Wer die Küste entlang fährt, kommt durch Patalavaca, Amadores, Tauro, Playa del Cura und Taurito, kann aber auch an halbfertigen Zufahrtsstraßen und ausgebaggerten Flächen erkennen, dass weitere Anlagen geplant und begonnen wurden. Einen wichtige Rolle im Tourismus von Mogán spielt die Timesharing-Firma Anfi. Rund um die imposanten Ferienwohnrechtanlagen entstanden Yachthafen, Freizeiteinrichtungen und Restaurants, die zusammen mit dem künstlichen Strand zu einem weiteren Ausflugsziel an Mogáns Küste geworden sind.

 

In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde den Schwerpunkt auf die Renovierung der zum Teil bereits beträchtlich in Mitleidenschaft gezogenen Bausubstanz gesetzt. So wird an der Uferpromenade zwischen Arguineguín und Anfi del Mar gearbeitet, Hotelrenovierungen werden mit einem Finanzierungsplan unterstützt, und ein neuer Busbahnhof in Puerto de Mogán macht öffentliche Verkehrsmittel attraktiver.

 

Mogán ist intensiv mit dem Atlantik verbunden. Das Tourismus-Logo der Gemeinde ist nicht zufällig ein bunter Fisch. Fischer aus den beiden Fischerhäfen versorgen die lokale Restaurantszene mit frischer Ware, Fähren verkehren an der Küste, Ausflugsschiffe suchen Delfine, Sportfischer können aus vielen angebotenen Booten wählen, und Wassersportler finden alles, was das Herz begehrt: Tauchen und Schnorcheln, Parasailing und Jetski, Segeln und Surfen, Paddeln und Standup Paddling, für all diese Sportarten sind optimale Bedingungen vorhanden.

 

Steckbrief

 

Einwohner: 21.049, davon 734 Deutsche,
103 Österreicher und
127 Schweizer - Stand: 01.01.2016

Fläche: 172,43 km²

Fiestas: María Auxiliadora (30.05.)
San Antonio de Padua (13.06.)
Nuestra Sra. del Carmen (16.07.)

Bürgermeisterin: Onalia Bueno García

Website der Gemeinde: www.mogan.es